Egelsee Pokal Mai 2016

Nach langer Vorbereitung und viel Vorfreude ist er nun leider schon wieder vorbei – der Egelsee-Pokal 2016. Hiermit möchte ich Euch einen Rückblick auf die schönen Tage geben, die wir gemeinsam beim Egelsee-Pokal verleben durften:

Doch zunächst noch ein wenig „Historie“…

Die Planungen für den Egelsee-Pokal begannen schon weit in der vergangenen Saison 2015, genauer gesagt auf dem Weg zur Preisverleihung der gewonnen U25 Bundesliga auf der Wasserkuppe, direkt unter dem Fliegerdenkmal, als wir uns überlegten „Wie können wir diese Faszination Segelflug aufs Neue im Verein teilen und streuen“. Ich glaube es war kein Zufall, dass gerade hier die ersten Ideen richtig gereift sind, spürt man doch die Atmosphäre auf der Wasserkuppe nochmals deutlicher als an so manch anderer Stelle. Lange gab es ja viele Diskussionen um den Modus in dem der Egelsee-Pokal ausgetragen werden sollte, doch während der langen Autofahrt nach Hause kristallisierte sich hier vieles heraus und die ersten Ideen nahmen Gestalt an.

Nach dem Vorbild des Dobersberg TAL Wettbewerbs (Grand Prix in Österreich mit den an den Flugzeugindex angepassten Wendepunktradien), begann die Sammlung erster Idee für den Modus und die Art der Austragung  sowie für die Umsetzung und das Rahmenprogramm. Angelehnt an diesen Wettbewerb war die Idee des Egelsee-Pokals, wie wir ihn dieses Jahr erleben durften, geboren.

Das oberste gesetzte Ziel war „Spaß für alle Mitglieder“. Doch wie das erreicht werden sollte war das Thema langer Diskussionen. Einerseits galt es, die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Flugzeuge gepaart mit den unterschiedlichen Leistungsständen der Piloten fair zu verheiraten, um allen Piloten eine vergleichbare Aufgabe zukommen zu lassen, andererseits sollten genug freie Plätze auf den Vereinsflugzeugen entstehen, sodass nicht nur eine Hand voll Mitglieder teilnehmen kann. Das erste Problem war nach dem Vorbild von Dobersberg TAL schnell gelöst. Alle Piloten erhalten dieselben Wendepunkte, haben aber unterschiedliche Radien um diese. Damit ergeben sich unterschiedliche Streckenlängen und den unterschiedlichen Flugzeugen sowie Leistungsständen der Piloten wird Rechnung getragen. Das Problem der benötigten Sitze wurde gelöst, indem es nur eine Tageswertung und keine Wertung über den gesamten Wettbewerb gab. Somit wurden die Karten jeden Tag neu gemischt, ohne dass jemand Punkte in der Gesamtwertung verlor oder Vorteile für andere entstanden.

Als dann Ende des Jahres 2015 die Anmeldung offen war, war die Spannung natürlich groß. Wie ist die Resonanz? Melden sich viele Piloten an? Haben wir kaum Anmeldungen? Wie ist das Meinungsbild im Verein? Mit tollen 15 angemeldeten Teilnehmern hatten wir dann aber nicht gerechnet und uns sehr über das entgegengebrachte Vertrauen gefreut. Ab jetzt galt es also! Nicht nur mussten zusätzliche Cockpit-Plätze organisiert werden, um möglichst viele Piloten in die Luft zu bekommen, auch musste das entsprechende Rahmenprogramm geplant werden. Nachdem der Duo Discus des Fördervereins für Streckensegelflug zugesagt war, waren wir mit den Sitzplätzen gut aufgestellt, sodass jeder Teilnehmer, der fliegen wollte, auch in die Luft kam.

Unser Dank gilt an dieser Stelle dem Förderverein für Streckensegelflug für die tolle und unkomplizierte Unterstützung mit bestem Material!

Auch das Rahmenprogramm konnte attraktiv gestaltet werden. Ulli Schwenk, seines Zeichens Botschafter des Segelflugs, hatte sich bereiterklärt, uns für zwei Tage beizuwohnen, in der BW4 des Fördervereins mitzufliegen und uns von seinem Erfahrungsschatz profitieren zu lassen. Auch Ulli möchten wir hiermit nochmals ganz herzlich danken, schön, dass du unser Gast warst. Wir freuen uns auf deinen nächsten Besuch.

Nun war alles geplant und in trockenen Tüchern, das Eröffnungsbriefing am 25. Mai konnte also kommen. Die Themen an diesem Abend waren sehr vielseitig. Zunächst kam eine Einführung in den Wertungsmodus und es wurde erklärt, wie die Strecken der einzelnen Piloten sich errechnen werden, dass alle den gleichen Wendepunkt haben, aber je nach Leistungsstand des Piloten und Index des Flugzeuges sich verschiedene Radien um diese Wendepunkte ergeben und daraus dann die entsprechenden Strecken resultieren. Auch wurden erste taktische Tipps gegeben, wie die Piloten mit größeren Radien dies zusätzlich zu ihrem Vorteil nutzen können. Anschließend folgten wichtige Sicherheitshinweise und „Benimmregeln“ zum Verhalten beim Wettbewerb sowie Informationen zum morgendlichen Ablauf und Startaufbau. Hierbei galt es um 9:45 Uhr die Maschinen startbereit zu haben und an ihrer Position im Grid stehen zu haben. Zum Start mussten sich die Piloten nur noch in ihre Flugzeuge setzen und anschnallen. Zum Start wurden Sie geschoben, wodurch mit Hilfe einer Mischung aus Winden-, F-Schlepps und Eigenstarts so innerhalb von 30 Minuten 13 Flugzeuge mühelos in die Luft gebracht werden konnten.

Am Donnerstag ging es dann los mit dem ersten Wertungstag. Hierbei galt es bei nicht ganz einfachen Bedingungen die 352 km lange Strecke Wildberg (Kengel), der als Startlinie diente – Winzeln – Mosbach Lohrbach – Kupferzell – Sinsheim – Deckenpfronn möglichst schnell zu bewältigen. Hierbei wurde wie beim Grand-Prix üblich wie in einer Regatta, also zeitgleich, gestartet. Daraus ergab sich, dass der Erste, der wieder zu Hause ist, auch gleichzeitig der Tagessieger ist. Dies gelang am ersten Wertungstag Peter Röhm auf seiner „KA“ am schnellsten. Platz zwei belegte das Team Schwenk / Herold auf dem Duo Discus „BW4“ des Fördervereins. Platz 3 ging an Sebastian Fillinger mit unserer „SI“.

Der Freitag gestaltete sich wettertechnisch noch schwieriger. Es galt die 282km lange Strecke Wildberg (Kengel) – Freudenstadt – St. Georgen – Münsingen – Klippeneck – Deckenpfronn abzufliegen. Diese Aufgabe schaffte Horst Herrmann auf unserer „S2“ als einziger. Platz 2 ging an das Team Herold / S. Fromme auf der „BW4“, die bei Frommenhausen außengelandet waren. Platz 3 belegte Patrick Schwegler, der unseren Discus CS bis zum Farrenberg fliegen konnte.

Anschließend an den zweiten Wertungstag folgte mit unserem gemeinsamen Grillabend ein besonderes Highlight. Alle Mitglieder waren eingeladen sich beim gemeinsamen Grillen zu treffen und die tolle Stimmung zu genießen. Mit deutlich über30 Teilnehmern war dieses Event bestens besucht. Bei Steaks, Wurst und zahlreichen Salat- und Nachtischspenden konnten sich alle austauschen und den Abend am Lagerfeuer ausklingen lassen und dieses Bergfest genießen. Allerdings auch nicht zu lang, denn am nächsten Morgen ging es wieder früh los.

Durch das schwer vorhersagbare Wetter am Samstag und das zeitlich sehr begrenzte Wetterfenster musste der Modus der Aufgabe den Witterungsbedingungen angepasst werden. Für den dritten Wertungstag galten die Regeln der OLC Bundesliga, nach denen innerhalb von 2,5 Stunden 4 Schenkel vor dem Eintreffen des Gewitters geflogen werden sollten. Für die Auswertung wurde dann der unkorrigierte OLC Bundesligaschnitt mit dem Piloten und Flugzeugfaktor verrechnet: wodurch sich das folgende Tagesergebnis ergab: Platz 1 belegte unsere „EF“ geflogen von C. Röhm / Fink. Platz 2 erarbeitete sich Sebastian Fillinger mit unserer „SI“ und den dritten Platz erkämpfte sich Michael Schmidt in unserer LS4. Trotz der Tatsache, dass die Flüge nur ca. 90 Minuten lang waren, konnten die Piloten dennoch sehr hohe Schnittgeschwindigkeiten erfliegen und stiegen freudestrahlend aus ihren Flugzeugen.

Der Sonntag musste leider auf Grund des immer schlechter werdenden Wetters neutralisiert werden, sodass es hier keine Tagewertung gab.

Das war die Kurz-Zusammenfassung des Egelsee-Pokals 2016. 4 Tage voller Spaß und toller Flüge, schöner Strecken und neuer Erfahrungen. 4 Tage, an denen die Teilnehmer nicht nur viel Neues lernen konnten, sondern auch die Faszination Segelflug wieder aufs Neue entdecken durften.

Diese schönen Tage wären aber nicht möglich gewesen, hätten wir nicht zahlreiche Unterstützer gehabt. Ein ganz besonderer Dank gilt hier nochmals unseren F-Schlepp Piloten Dieter, Frank, Rene und Michael, aber auch den beiden Organisatoren Nils und Sören. Ohne euch wäre das alles nicht machbar gewesen, sowie dem SBW für die BW-4 und vor allem Uli Schwenk– vielen Dank für eure Hilfe und Mühen!

Wie ich diese Zeilen schreibe und an die vergangenen Tage denke und nach einem abschließenden Satz suche, bleibe ich doch immer wieder bei einem Zitat stehen und ich denke es ist der passende Abschluss für diese Zeilen. Es ist die Antwort auf die allabendliche Frage: „Und, wie war dein Flug?“ – es war ein langes und zufriedenes Lächeln.

Markus Schäfer (Segelflugref. FSV-Sindelfingen)