Protokoll der Jahreshauptversammlung 2007

Jahreshauptversammlung des Streckenflugfördervereins am 15.02.07

Am 15. Februar 2007 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des “Vereins zur Förderung des Strecken- und Wettbewerbsegelflugs in Baden Württemberg” traditionsgemäss in der Flugplatzgaststätte auf der Hahnweide statt.

Der 1. Vorsitzende Abi Kießling begrüsste die Anwesenden sehr herzlich. Immerhin fanden trotz Faschingszeit 25 Mitglieder den Weg nach Kirchheim. Besonders konnte Abi die Präsidialrätin und Beauftragte für Frauensport, Sigrid Berner sowie Brigitte Holighaus aus dem Hause Schempp-Hirth willkommen heißen.
Die Flugsaison 2006 verlief ohne besondere Vorkommnisse so, dass die Jahresabnahme der Förderflugzeuge ohne kostspielige Reparaturen weitgehend von ehrenamtlichen Freiwilligen vorbereitet werden kann.

Neben vielen Vereins-Trainingsmassnahmen wurden die Förderflugzeuge unter anderem beim Frauen-Trainingslager in Bled und beim D-Kader Training in Nitra eingesetzt. Im Wettbewerbseinsatz waren die Flugzeuge bei den Niedersächsischen Segelflugmeisterschaften in Rottenburg/Wümme, beim Clubklasse Spezial auf dem Hornberg, beim Hahnweide Wettbewerb, beim Pribina-Cup in Nitra, bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren in Neuhausen/Brandenburg und bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen in Coburg.

Beim Hahnweide-Wettbewerb belegte Fredi Hein mit dem Duo-Discus BW 1 in der Doppelsitzer-Klasse den 3. Platz. Sven Killinger wurde in der Standard-Klasse mit dem Discus 2 BW 2 den 10. Platz. Beim Pribina-Cup belegte Joachim Treier mit dem BW 2 den 2. Platz, sowie Ralf Fischer mit dem BW 1 den 13. Platz. Phillip Butz wurde bei der DM der Junioren in der Club-Klasse Fünfter. Patrick Puskeiler errang mit dem BW 2 den 14.Platz in der Standard-Klasse.
Das Highlight des Jahres war die DM der Frauen. Kathrin Wötzel wurde in der Clubklasse Deutsche Meisterin mit der Hornet BW 3. Gaby Haberkern belegte in der Standard-Klasse den 6. Platz mit dem BW 2.

Auch im Jahre 2006 war der Duo-Discus BW1 wieder mit 221 Starts und 366 Stunden das mit Abstand meistgenutze Flugzeug, gefolgt von dem Discus BW2 mit 75 Starts und 242 Stunden. Die Zahlen des Hornet BW 3 konnten noch nicht abschliessend ermittelt werden, dürften aber im Bereich des Vorjahres liegen. Der Duo-Discus liegt damit in etwa bei den Zahlen der Vorjahre, beim BW 2 gab es einen Rückgang von 20% bei den Flugstunden und 50% bei den Startzahlen. Die Ursache ist sicherlich in dem fliegerisch fast komplett ausgefallenen August 2006 zu suchen.

Walter Eisele trug den Kassenbericht stellvertretend für den Kassenwart Biggo Berger vor, der sich aus dienstlichen Gründen in Amerika aufhielt. Die Kasse konnte 2006 mit einem kleinen Überschuss abschliessen. Der Posten Versicherungen hat auch 2006 die Kasse stark belastet. Weiterhin mussten neue Fallschirme beschafft werden. Der Mitgliederstand lag Ende 2006 wieder bei ca. 700 Mitgliedern. Walter betonte, dass es nach wie vor erheblicher Anstrengungen bedarf, alle Beiträge einzutreiben. Neben einigen Austritten aus persönlichen Gründen mußten deshalb einige Mitglieder, deren Beiträge trotz mehrfacher Mahnung nicht einzufordern waren, aus der Mitgliederliste gestrichen werden.
Entweder wird bei Umzug vergessen, die neuen Daten an den Förderverein zu melden, oder die Abbuchung wird einfach gesperrt. Jährlich gehen dadurch ca. 50 Förderbeiträge verloren und verursachen zusätzlich Kosten und Zeit, die sinnvoller genutzt werden könnte. Glücklicherweise überwiegte aber die Zahl der Neuanmeldungen.
Walter bat ausdrücklich darum, den Kassenwart des Fördervereins bei Umzug oder Wechsel der Bank durch eine kurze Mitteilung per Email oder Fax zu informieren und damit zu entlasten.

Anschliessend gab Walter seinen Bericht als 2. Vorsitzender ab. Die Übergabe der Flugzeuge klappt im Grossen und Ganzen recht gut, Probleme gab es nur vereinzelt. Der Pflegezustand der Förderflugzeuge hat sich durch die gegenseitige Kontrolle der Nutzer weiter verbessert. Bemängelt werden muss allerdings die fehlende Eigeninitiative, wenn es um die Behebung kleinerer Mängel wie Glühbirnentausch am Hänger oder ähnliches geht. Keine Freunde schaffen sich auch jene Zeitgenossen, die zeitgleich einen Aufnahmeantrag und einen Antrag auf die Nutzung eines Förderflugzeugs stellen, um dann nach nicht erfolgter Flugzeugvergabe den Aufnahmeantrag wieder zurückzuziehen. In diesem Zusammenhang wird nochmals darauf hingewiesen, dass die Priorität der Flugzeugvergabe von Eintrittsdatum, Treue zum Förderverein und persönlichem Engagement bei Wartung und Pflege der Flugzeuge abhängig gemacht wird.

Walter bedankte sich in diesem Zusammenhang bei Allen, die sich für den Förderverein eingesetzt haben. Ganz speziell bedankte er sich bei Brigitte Holighaus für die Unterstützung durch die Firma Schempp-Hirth und durch Bernd Sebald, dem LTB unseres Vertrauens. Ein besonderer Dank gilt auch der Fliegergruppe Schwäbisch Gmünd, der Bauder-Mannschaft aus Blaubeuren und der Truppe um Patrick Puskeiler von der Fliegergruppe Wolf Hirth für die Wartung von Flugzeugen und Hängern.

Linus Maier trug den Bericht der Kassenprüfer vor. Wie immer gab es bei der Prüfung der Kasse keinerlei Beanstandungen. Linus konnte deshalb die Entlastung von Vorstand und Kassenprüfer vorschlagen. Die Entlastung erfolgte einstimmig.

Die satzungsgemäss erforderlichen Neuwahlen des 1. Vorsitzenden und des Schatzmeisters leitete Walter Eisele. Nachdem sich die beiden seitherigen Amtsinhaber, Abi Kießling als 1. Vorsitzender und Biggo Berger als Schatzmeister wieder zur Wahl stellten und auch keine weiteren Kandidaten zur Verfügung standen, konnte per Akklamation gewählt werden. Beide Amtsinhaber wurden einstimmig wiedergewählt. Walter beglückwünschte Abi und Biggo, letzteren natürlich in Abwesenheit, zur Wiederwahl.

Abi Kießling eröffnete den Tagesordnungspunkt “Verschiedenes” mit der Feststellung, dass durch die fast lückenlose Auslastung der drei Fördervereinsflugzeuge ein viertes Flugzeug angebracht wäre. Der Beschluss zu diesem 4. Flugzeug einem Discus 2C war bereits bei der Jahreshauptversammlung 2006 gefasst worden. Abgesehen von der Anschaffung, die noch eine erhebliche Finanzierungslücke aufweisst, stösst der Verein auch beim Unterhalt an seine finanziellen Grenzen, sofern keine zusätzlichen Fördermitglieder gewonnen werden können Die Diskussion über das Thema füllte einen breiten Raum und führte letztendlich zu folgender Empfehlung durch die Mitgliederversammlung:
Jugendliche Nutzer von Förderflugzeugen verpflichten sich bei Zuteilung eines Flugzeuges zu einer mindestens 3-jährigen Mitgliedschaft. Dieser Passus wird in den Flugzeugüberlassungsvertrag aufgenommen. Nicht jugendliche Mitglieder werden bei Zuteilung um eine freiwillige Spende gebeten.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die mitunter zu geringe Flugerfahrung der Antragsteller. Walter bat die Vereinsfluglehrer und Vorstände, darauf zu achten, dass nur Anträge gestellt werden, wenn der Antragsteller genügend Flugerfahrung vorweisen kann. 100 Flugstunden auf Segelflugzeugen sind das Minimum, um ein Förderflugzeug insbesondere für den Alpen- und Wettbewerbssegelflug zugeteilt zu bekommen.

Die Mitgliederwerbung soll verstärkt werden. Jedes Fördermitglied könnte versuchen, ein neues Mitglied zu werben. Auf dem Deutschen Segelfliegertag 2007 in Sinsheim soll ein Stand des Fördervereins eingerichtet werden. Die Jugend der Flg. Schwäb. Gmünd und Patrick Puskeiler erklärten sich bereit, dies zu organisieren.

Zur Erhöhung des Bekanntheitsgrads des Fördervereins hat Jens Adolph dankenswerterweise die Aufgabe übernommen, die Fördervereinshänger mit der Internet-Adresse des Fördervereins zu beschriften.
Leider hat sich an der Bereitschaft, Berichte über Events mit Förderflugzeugen zu verfassen, wenig geändert. Deshalb wird nochmals darum gebeten, doch mehr über Trainingslager und Wettbewerbe im Adler oder in sonstigen Zeitschriften zu veröffentlichen.

Da die Finanzierung des 4. Förderflugzeuges, wie oben erwähnt, noch eine Deckungslücke aufweist, werden die Leser um kleine wie große Spenden gebeten. Jeder Segelflieger sollte im eigenen Interesse daran interessiert sein, den Nachwuchs zu fördern und sich somit langfristig nicht zu einer aussterbenden Species zählen zu müssen. Die bisherigen Erfolge zeigen, dass die Spende beim Förderverein für Strecken- und Wettbewerbssegelflug sinnvoll angelegt ist.

Walter stellte kurz den “Dr. Angelika Machinek Förderverein-Frauensegelflug” vor.
Der Förderverein wurde am 6.1.2007 gegründet. Das Ziel dieses Fördervereins ist es, ein Clubklasse-Flugzeug anzuschaffen und dies einer talentierten Nachwuchspilotin für ein ganzes Jahr zur Verfügung zu stellen. Der Förderverein hat derzeit ca. 80 Mitglieder.

Es wurde der Vorschlag gemacht, die Internetseiten der beiden Fördervereine gegenseitig zu verlinken. Nach einer ungewohnt langen, aber auch mit interessanten Beiträgen bestückten Versammlung sprach Abi Kießling gegen 22:00 Uhr das Schlusswort. Er bedankte sich bei den Anwesenden für ihr Kommen und wünschte Allen eine gute Heimfahrt und eine erfolgreiche und unfallfreie Flugsaison 2007.